Die moderne Medizin bietet einige Methoden zur Behandlung von Krampfadern. Die noch am meisten verbreitete, die in unseren Kliniken praktiziert wird, ist der klassische chirurgische Eingriff. Auf die längere Zeit bezogen ist es die Methode, die ausgezeichnete Resultate gibt und mit welcher man alle anderen Methoden vergleicht. Die Nachteile des klassischen Eingriffs sind allerdings vor allem die Invasivität und die sich hinziehende postoperative Verheilung.

In den hochentwickelten Ländern hat man seit einigen Jahren den klassischen Eingriff durch die Behandlung mit radioaktiven Wellen und Laser ersetzt. Die Resultate einer solchen Behandlung sind mit der klassischen Methode durchaus vergleichbar, wobei der Eingriff dabei wesentlich weniger invasiv und die nachfolgende Verheilungzeit kürzer ist. Als Alternative zu den beiden genannten Methoden findet heute immer mehr die Sklerosierung am Einsatz. Dabei wird vor allem die Sklerosierung mit Schaum gemeint. Bei einer richtig gestellten Indikation gibt die Sklerosierung mit Schaum ausgezeichnete Resultate.

Die auf den ersten Blick relativ einfache Technik hat leider zu manch unkritischer Anwendung gebracht. Einerseits haben sich mit der Sklerosierung mit Schaum mangelhaft eduzierte und ungenügend fachkompetente Personen befasst, anderseits wurde die Methode auch dort angewandt, wo sie medizinisch gar nicht indiziert war. Sich an die Prinzipien einer an den Beweisen gründenden Medizin („evidence based medicine“) haltend und auf Grund aller bisher bekannten Kenntnisse über die Heilung von Venen hat die Society for Vascular Surgery and the American Venous Forum 2011 Empfehlungen zur Behandlung von Krampfadern publiziert.

So wird für die Behandlung von Teleangiektasien, retikulären Venen und Varikositäten die Sklerosierung mit dem flüssigen Sklerosierungsmittel, bzw. mit Schaum empfohlen, wobei man für die insuffizienten Venen saphena magna und parva die thermische (Radiofrequenzwellen oder Laser) Ablationstechnik empfiehlt.

In solchen Fällen kann die Sklerosierung zur komplementären Art der Behandlung werden, indem man nach der erfolgten thermischen Ablation der trunkalen Venen die übrigen Varikositäten sklerosiert. Nach der thermischen Ablation und/oder der Sklerosierung wird die kompressive Therapie empfohlen.